Bei sommerlichem Wetter haben sich am Pfingstsonntag 20 Pfingstsinger und Pfingstsingerinnen des Trachtenvereins D’Freudenseer und der Feuerwehr Raßreuth auf den Weg durch Raßreuth und Kramersdorf gemacht. Und auch in diesem Jahr pflegten die Burschen und Dirndl der Raßreuther Ortsvereine wieder den Brauch des Pfingstsingens.
Früher waren es die Knechte der Bauern, die als Wasservögel unterwegs waren und diesen Heische-Brauch pflegten. Dabei nutzten sie diesen Tag auch um ihre Dienstherren mit Gstanzln und Spottgesängen auszusingen. Die Gstanzl sind auf die Bewohner des Hauses bezogen und können Lobgesänge, Neckereien oder Bettelreime sein. Die Texte handeln zunächst von der Kirche und dem Pfingstfest, von Bauer und Bäuerin, die früher zu diesem Anlass von ihren Bediensteten schadlos auf die Schippe genommen werden durften und von Mitgliedern der Gruppe selbst. Und schließlich werden die Hausbewohner verspottet, die zu wenig Wasser zum Begießen der Sänger beibringen.
Und gerade die Spottgesänge, dass die Hausbewohner wieder zu wenig Wasser haben, sorgten am Sonntagabend bei den Pfingstsingern für eine willkommene Abkühlung. Vor allem die Kinder hatten wieder ihren Spaß und warteten bereits mit gefüllten Wassereimern auf die Gruppen und sorgten immer wieder für ausgelassene Wasserschlachten.
Mit ihren Liedern und Gstanzl’n brachten die Pfingstsinger nicht nur gute Stimmung in die Häuser, sondern sammelten auch wieder Spenden für die Jugendarbeit der Feuerwehr Raßreuth und des Trachtenvereins D’Freudenseer. Neben den Spenden wurden die Sängerinnen und Sänger auch heuer wieder mit vielen Eiern belohnt, die anschließend gemeinsam verspeist wurden.